Mediation an der Schule ist immer Peer-Mediation, das heißt, wenn zwei oder mehr Schüler sich streiten, können diese zu einem sog. Streitschlichter aus der gleichen Altersgruppe gehen. Die Streitschlichter bzw. Mediatoren sind keine Richter, sondern sie fungieren als unparteiische Personen, die das Gespräch der Konfliktpartner begleiten und lenken, so dass die Konfliktlösung von den Streitenden selbst gefunden wird. Voraussetzung dafür ist, dass die sich streitenden Schüler freiwillig (!) die Mediatoren aufgesucht haben.
Nun verlangt diese Art der Konfliktregelung einige soziale und kommunikative Kompetenzen, und man könnte sich fragen, ob Schüler einer solchen Aufgabe überhaupt gewachsen seine können.
Sie können es! Tatsächlich gibt es zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, dass Streitigkeiten zwischen Jugendlichen von diesen selbst, also von der Peer-Gruppe, wirkungsvoller gelöst werden können als durch die Intervention von Erwachsenen.
Sie können es -, wenn sie gelernt haben zu streiten, konstruktiv zu streiten. Und dazu gehört es beispielsweise, ein Setting zu schaffen, in dem bestimmte Regeln aufgestellt und eingehalten werden, etwa die Regel: "Wir beschimpfen uns nicht". Zu diesem Setting gehört ebenfalls, dass ein klar gegliederter Ablauf der Mediationssitzung eingehalten wird, nämlich die fünf Phasen des Schlichtungsgesprächs: vom Darlegen der Standpunkte der Streitenden bis hin zur Problemlösung und zum Kontrakt, den alle unterschreiben. Die Schüler lernen aktives Zuhören und die unterschiedliche Wirkung von Ich- und Du-Botschaften.