Wittelsbacher Gymnasium München

Wittelsbacher–Gymnasium München

Sprachliches, Humanistisches Gymnasium München

 
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Einmal ist keinmal...

 

 Ein Bericht von Ann-Sophie Störmann

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 Nach zwei Jahren endlos langer Wartezeit hieß es dieses Jahr am 9.Juli 2011 endlich wieder für acht ägyptische Gastschüler „Salam Aleikum“ oder auch „Herzlich Willkommen in München“- - für die einen war es das erste und für die anderen schon das zweite Mal, denn...

 ...alles fing an im Winter 2009. Da bekamen wir (die Schüler der damaligen 6b) einen Zettel, auf dem stand, dass wir im Juli für zwei Wochen ein Gastkind aus Ägypten aufnehmen könnten. Wir waren natürlich gleich Feuer und Flamme, aber unsere Eltern mussten auch noch gewonnen werden...

 Mit viel Überzeugungskunst stimmten einige bald zu, und so konnten am Ende neun Schüler Besuch aus Kairo empfangen.

 Jetzt hieß es abwarten und Tee trinken. Natürlich kamen auch zahlreiche Bedenken auf: Werde ich mich mit meinem Gastschüler gut verstehen? Was ist, wenn er sich bei mir nicht wohl fühlt? Aber die Vorfreude überwog...und schon war der große Tag gekommen!

 An einem Freitag im Juli haben wir unseren ägyptischen Besuch am Flughafen abgeholt. Die Ägypter sind mit uns zur Schule gegangen und an unseren Freizeitaktivitäten mit teilgenommen. Nebenbei haben sie auch ihre Sprachkenntnisse verbessert und das Land, unsere Bräuche  und ein bisschen deutsche Kultur kennen gelernt.

 Die zwei Wochen sind wie im Flug vergangen, der Abschied fiel schwer und es hieß für die meisten: Einmal ist keinmal...

 Ja, und dann kam nach zwei Jahren endlich die freudige Nachricht, dieses Jahr wieder Besuch aufnehmen zu können. Zum Glück haben manche Schüler noch  den Kontakt zu ihrem damaligen Besuch gehalten und so stand für sie, ihre Eltern und die Ägypter schnell fest, dass es dieses Jahr ein großes Wiedersehen gibt! Dieses Mal hatten sich acht Schüler für den Aufenthalt angemeldet, und am 9.Juli standen wir „Wittelsbacher“ dann ganz aufgeregt und voller Vorfreude am Terminal 2 und warteten...

 Als die Gastschüler endlich zu sehen waren gab es kein Halten mehr! Wir fielen uns in die Arme und waren so froh uns nach zwei Jahren nochmal wiederzusehen. Die Atmosphäre war jetzt noch viel angenehmer und entspannter, da sich die meisten ja schon kannten und die Umgebung ein wenig vertrauter war...

 Der Schulalltag war für die Gastschüler nicht ganz so spannend, aber sie überbrückten ihn tapfer, sodass sie am Nachmittag wieder topfit für Aktivitäten und Ausflüge waren. (Die Gastschüler haben erzählt, dass es in Kairo öfter vorkommt, dass die Schüler im Unterricht schlafen...das hat uns ehrlich gesagt auch nicht gewundert, denn man geht dort angeblich erst so gegen 2/3 Uhr in der Früh zu Bett!!!)

 Grundsätzlich hatten die Ägypter sehr viel Spaß an sportlichen Aktivitäten, nur das Radfahren machte ihnen schwer zu schaffen, denn in Ägypten fährt man normalerweise nicht mit dem Fahrrad. Aber dennoch waren die Nachmittage schön und man konnte viel unternehmen.

Nebenbei war es auch sehr interessant von der derzeitigen politischen Lage zu hören, denn unser Besuch war ja sozusagen  „live dabei“. So hat eine Gastschülerin erzählt, dass ihr Vater auf dem Tahir-Platz gezeltet hat und sie täglich Angst um sein Leben hatte. Einmal ist sie mit ihm zu einer Demonstration gegangen, musste sich aber davor die Nase mit Zwiebeln oder Essig einreiben, damit Nase und Augen auf Tränengas vorbereitet sind.

 Die Wochenenden haben alle Familien unterschiedlich gestaltet. Es wurde München besichtigt, verbunden mit einer Shopping-Tour, Tollwood und Biergärten besucht und Wandertouren unternommen. Manche Gastschüler hatten sogar die Möglichkeit auf die Zugspitze hinauf zu fahren!

 Aber: Oh nein, schon waren die zwei Wochen wieder vorüber, und wir mussten uns von unseren Gastgeschwistern am Freitag, den 22.Juli um 6 Uhr in der Früh schweren Herzens verabschieden - - es ist auch die ein oder andere Träne geflossen...

 Insgesamt lässt sich sagen, dass dieser Besuch ein einzigartiges, interessantes und wertvolles Erlebnis sowohl für die Familien, als auch für die Gastschüler war, bei dem man viel über die Sitten, Kulturen und Bräuche des jeweils anderen erfahren hat .Und : Es gibt Wiederholungs­bedarf:

 Der größte Wunsch vieler Gastschüler ist nämlich, einmal Schnee anfassen zu dürfen, und wer weiß, vielleicht lässt sich ja auch dieser Wunsch erfüllen, denn es steht fest:

 Einmal ist keinmal und zwei Mal sind immer noch zu wenig...

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