Referendare - eine Bereicherung für das Wittelsbacher Gymnasium!
Seit dem Schuljahr 1923/24, also seit mehr als 80 Jahren ist das Wittelsbacher-Gymnasium Seminarschule, d. h. Ausbildungsschule für Referendarinnen und Referendare. Die jungen Kolleginnen und Kollegen sind, trotz oder gerade wegen des kontinuierlichen Kommens und Gehens fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit und der fachlichen Weiterentwicklung unserer Schule. Derzeit werden sie in folgenden Fächern ausgebildet: Deutsch, Englisch, Evangelische Religionslehre, Französisch, Kunsterziehung, Latein, Mathematik, Physik, Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt. Hinzu kommen regelmäßige Fachsitzungen in Schulrecht, Grundfragen der staatsbürgerlichen Bildung, Pädagogischer Psychologie und Pädagogik.
Zur Referendarausbildung werden Lehramtsanwärter zugelassen, die ihr Fachstudium an der Universität mit dem Ersten Staatsexamen in mindestens 2 Lehramtsfächern abgeschlossen haben. Die Ausbildung dauert 2 Schuljahre und gliedert sich in drei Ausbildungsabschnitte.
Im ersten Ausbildungsabschnitt, der an der Seminarschule stattfindet und ein halbes Jahr dauert, lernen die Seminarteilnehmer die wichtigsten Grundlagen des Lehrerberufs kennen, werden insbesondere in Unterrichtsplanung und –gestaltung ausgebildet und erlernen lehrplankonforme Aufgabenstellung und zutreffende Korrekturarbeit. Hierzu sind Hospitationen, Lehrversuche und betreuter Unterricht eingeplant. Besondere Bedeutung kommt den Stundenbesprechungen sowie der persönlichen Beratung zu. Etwa 2 Monate nach Ausbildungsbeginn bekommen alle Seminarteilnehmer eine Klasse zum Unterrichten zugewiesen. Die volle Verantwortung für diesen Unterricht trägt allerdings die ihnen zur Seite gestellte Betreuungslehrkraft.
Für den zweiten 1 Jahr umfassenden Ausbildungsabschnitt werden die Referendarinnen und Referendare einem Gymnasium in Bayern als Einsatzschule zugewiesen. Dort haben Sie bereits eigenverantwortlichen Unterricht zu erteilen und somit die Gelegenheit, ihre Lehrerpersönlichkeit zu entwickeln und ihre unterrichtliche und erzieherische Tätigkeit in hohem Maße selbst zu gestalten.
Auch im dritten Ausbildungsabschnitt, zu dem die Referendarinnen und Referendare für ein letztes halbes Jahr an die Seminarschule, also das Wittelsbacher-Gymnasium, mit gereifter Unterrichtserfahrung zurückkehren, haben sie nach den seit dem Schuljahr 2005/06 geltenden Vorgaben des Kultusministeriums in mindestens einer Klasse eigenverantwortlich zu unterrichten. In diesem die Ausbildung abschließenden Halbjahr haben die jungen Kolleginnen und Kollegen freilich auch ihre zweite Staatsprüfung abzulegen, die aus einer Prüfungslehrprobe, mündlichen Prüfungen sowie Gutachten in verschiedenen Beurteilungsbereichen besteht und vom Seminarlehrerteam des Wittelsbacher-Gymnasiums abgenommen bzw. durchgeführt wird.
Die Arbeit der Referendare am Wittelsbacher-Gymnasium und die zu leistende Ausbildungstätigkeit durch die Seminar- und Betreuungslehrer sind zweifelsfrei ein großer Gewinn für die Schule. Einsatzfreude, mutiges Ausprobieren neuer Lehrverfahren und Medien, Unterrichtsprojekte, jugendlich frische Vermittlung der Lehrinhalte sowie ausbildende Lehrer unserer Schule, die stets auf dem neuesten Stand der didaktischen Entwicklungen sind, seien als gewinnbringende, weil alle anspornende und anregende Elemente unterrichtlicher und pädagogischer Arbeit genannt.
R. Wiedenmann (Seminarlehrer für Schulrecht/Schulkunde; Seminarvorstand)