(Im Bayerischen Nationalmuseum noch bis 16.9.2007)
Wer erinnerte sich nicht an den oben zitierten Werbespruch des eigentlichen bayerischen Kaisers für einen Mobilfunkkonzern? Die aktuelle Ausstellung im Bayerischen Nationalmuseum hat insofern damit zu tun, als sie eine Spezies von Ausstellungen bedient, die vorzugsweise in der kalten, aber konsumfixierten Jahreszeit eingerichtet werden: die Anbetung erheischende Präsentation von Preziosen höchster handwerklicher Vollendung. Natürlich sind Skulpturen im allgemeinen und auch solche angewandter Richtung und sei es zu religiösen Zwecken der Schwerpunkt des Nationalmuseums und seit der dank des Umzugs der Neuen Sammlung in die Pinakothek der Moderne gewonnene Ausstellungsraum– Endlich! Möchte man sagen – für Wechselausstellungen genutzt wird, die wir an dieser Stelle ja auch schon hoch gelobt haben, kommen jetzt mehr besuch in dieses unterschätzte Museum.
Auch die neue Ausstellung, die aus Cleveland beschickt ein breites Spektrum mittelalterlicher, zentraleuropäischer Sakralplastik und Buchmalerei meist kleinen Formats zeigt, macht da keine Ausnahme. Je nach Vorliebe des Betrachters zieht es den einen zum artifiziellen Tischbrunnen – eine gotische Anregung für Designer der Firma Alessi, die mit ihrem Zahnstochergeber schon vor geraumer Zeit in diese Art Tischkultur investiert hat – die andere zu aus Buchs geschnitzten Reliefen, die eine kleine Schatulle kunstvoll ummanteln. An Buchmalereien kann der Kunststil geprüfte Schüler die Entwicklung stilistischer Besonderheiten von der Romanik bis zum Manierismus nachvollziehen, den Religionsphilosophen ziehen vielleicht eher die Reliquienschreine an, vor allem die berühmte silbergetriebene Handreliquie, die neben anderen Silberarbeiten- Highlights zentral in einer Vitrine arrangiert wurde.
Summa summarum ist hier eine Ausstellung zu besuchen, die zur falschen Jahreszeit zahlreiche Entdeckungen anbietet, aber einen doch nicht so begeistern kann, dass man ein zweites Mal wiederkommen würde.