(in den Räumen der Versicherungskammer Bayern bis 27.01.2008)
Der gut besuchte Museumskurs bewertet auch diesmal wieder höchst subjektiv die Ausstellung der frühen Photographien Cartier-Bresson´s in den Räumen der Versicherungskammer Bayern. Zu sehen sind, in den 30-er und 40-er Jahren entstandene, Photographien (ausschließlich in s/w); aufgenommen in Paris, Budapest, Siena, Marseille, Madrid und noch einigen weiteren Stadtlandschaften. Thematisch würde man die Arbeiten heutzutage als „Streetfotografie“ bezeichnen.
Fast alle Photos bestechen durch eine ausgefeilte, gelungene Bildkomposition und einen immer wieder erstaunlichen Bildaufbau. Bresson verstand es, die Blicke des Betrachters durch das Bild zu leiten und Schwerpunkte zu setzen.
Oftmals ist es aber auch nur die Komposition, die das Bild einzigartig macht und man – im Hinterkopf die heutzutage weit verbreitete inszenierte Konzeptphotographie; Stichwort Jeff Wall – dazu neigt, das Bild als „gestellt“ zu denunzieren (es soll ja Leute geben, die nichts von inszenierter Photographie halten, ich selbst gehöre nicht dazu).
Oftmals hatte Cartier Bresson aber auch ein Gespür für den richtigen Augenblick und für die Auslöseverzögerung seiner Leica Messsucherkamera.
Beispielhaft soll hier folgendes Bild genannt werden: Zu sehen ist ein Mann, der versucht, über eine Pfütze zu springen. Die Pfütze ist Spiegelglatt und zeigt sofort jede Bewegung.
Nun machen nicht etwa ins Bild führende Linien, eine ansprechende Bildkomposition oder eine perfekte Belichtung den Zauber dieses Photos aus, sondern schlicht der perfekte Moment der eingefrorenen Bewegung. Der Schuh des Mannes scheint gerade die Wasseroberfläche zu berühren. Nur rein oberflächlich scheint er auf dem Wasser zu wandeln.