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Conrat Meit, Bildhauer der Renaissance

"Conrat Meit's Judith and Holofernes" (by flickerl, Quelle: flickr, Bildverzeichnis siehe unten!)

Bayerisches Nationalmuseum, noch bis 18. März 2007

 

Hand aufs Kunsterzieherherz: Wer hat von dem schon mal gehört? Und ins Nationalmuseum überhaupt, wo dieser Künstler jetzt erstmals (?) so umfangreich zu sehen ist, geht man auch mit den Eltern eher selten. Umso mehr, jetzt muss man hin – und sei der Besuch auch mit einer längeren Anfahrt verbunden: drei Michelinsterne für diese Ausstellung!

Warum? Was macht sie so bewundernstwert?

Es ist ja sowieso eine Mär, dass Jugendliche in erster Linie nur mit Jugendkultur, Mangas, Grafitti und Postpoppunk, zu tun haben wollen. Mirja "mag nur alte Kunst", was auch übertrieben ist. Aber Meit ist zum einen eindeutig alt, die spätgotische Variante der deutschen Renaissance inklusive der heute für unmöglich gehaltenen Blähbäuche der Bräute und der zu großen Köpfe, und andrerseits ist er total modern. Sein Eustachiushirsch würde auch in einer Robert Gober – Installation eine gute Figur machen.

Die Skulpturen sind allesamt eher kleinformatig, äußerst detailliert geschnitzt aus Buchsbaum, Alabaster oder Elfenbein. Aber trotz ihrer wirklich extremen Kunstfertigkeit, die eher an Goldschmiedearbeiten denken lässt, denn an Denkmäler, besitzen sie eine ungeheuere Sensibilität, die nicht peinlich naturalistisch wirkt, auch wenn sogar bei Adam und Eva wirklich jedes Detail penibel bossiert worden ist.

Sehr gut ergänzt werden die Meits durch zeitgleiche Arbeiten aus anderen europäischen Werkstätten, so dass sich anschauliche Vergleiche ziehen lassen, und es macht Spaß zu raten, ob man jetzt einen Meit vor sich hat oder das Werk eines anderen Künstlers. Herausragend darunter eine kleine Figur von Riemenschneider, welche in ihrer spätgotischen Expressivität heraussticht.

An den Wänden eine Auswahl von Grafiken und Handzeichnungen, welche alleine schon eine besuch wert wäre! Rubens Nachzeichnung einer Meit´schen Figur, Dürers Kupferstich von Adam und Eva, der wiederum Meit inspiriert haben dürfte, ein wunderschöner Rückenakt von Dürer, aus Berlin geliehen. Und, und, und...

 

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