Wittelsbacher Gymnasium München

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Sprachliches, Humanistisches Gymnasium München

 
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Ausstellungsbesprechung "Drei auf einen Schlag" Elsheimer, Tillmann und Araki, Beuys

Drei auf einen Schlag. Das wäre zumindest gut möglich gewesen und sicher auch sinnvoller; wir haben die folgenden drei Ausstellungen aber bei zwei getrennten Museumsgängen besucht:

  • "Adam Elsheimer" in der Alten Pinakothek ( bis 26.2. )
  • "Wolfgang Tillmanns - "München Installation" und "Araki : "Tokio Sexteen" in der Pinakothek der Moderne ( bis 11.6. )
  • Joseph Beuys "Schwurhand" ebenfalls Pinakothek der Moderne. ( bis Juni )

 

"Klenze Portal"

Durch den neuen Eingang über das wieder eröffnete "Klenze-Portal" sind Alte Pinakothek und Pinakothek der Moderne noch näher zusammen gerückt, so dass sich gemeinsame Besuche beider Häuser durchaus anbieten, sofern es das gewählte Programm erfordert - zum Beispiel direkte Vergleiche von Alt und Neu.

Elsheimer

Spannend im Vergleich zur Beuys-Ausstellung die Elsheimer - Studio - Ausstellung. Auch nichts Großes hier, aber das muss ja auch nicht immer sein. Das Bild allein ist eine Reise wert und die Gegenüberstellung mit dem motivgleichen Rubens einerseits und die zahlreichen Varianten, am lustigsten dann die Zusammenstellung beider Gemälde in einem durch einen Kopisten, haben viel Spaß gemacht. Man konnte Entdeckungen machen, viel über Maltechnik lernen und einiges über den angeblichen Fortschritt von Erkenntnis - hier ging sie augenfällig rückwärts!

Und trotzdem: Für die meist rare Möglichkeit, mit Klassen ins Museum zu gehen, ist auch diese Ausstellung alleine zu wenig. Es lohnt sich, sie mitzunehmen, wenn man eh da ist, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Über die drei Ausstellungen in der Pinakothek der Moderne ließ sich nicht einmal das behaupten.

Beuys, Tillmann und Araki

Ein gewisser Schwindel mit Ausstellungstiteln scheint Mode zu werden, besonders bei den Kuratoren der Pinakothek der Moderne. Das war schon bei den "Ferrari-Fotos" so und jetzt wieder, besonders bei der vollmundig angezeigten Gedenkausstellung für Joseph Beuys, für deren Besuch eine große Teilnehmerzahl mobilisiert werden konnte. Wir suchten dann diese Ausstellung und fanden zuerst die zwei ständigen Räume, die alle schon kannten. Die Ausstellung selbst bestand in nur zwanzig kleinformatigen Zeichnungen aus der Sammlung Klüser, deren Zusammenhang zu den Objekten der ständigen Sammlung auch nicht ersichtlich war. Die Schüler waren sehr schnell daran vorbei defiliert, hatten kaum Fragen und interessierten sich sichtlich mehr für die Beuysportraits von Warhol.

 

Sehr schön der Raum mit den Arakifotos - um Längen besser als die doch sehr beliebigen und beliebten Tillmann-Installationen, die München wohl deshalb gewidmet sind, weil sie hier kleben und hängen, nämlich an der Wand. Fast durchgängig bekannte Motive wie der pinkelnde Punk, der die Schüler wenigstens etwas aufrüttelte, mehr aber auch nicht. Bei Araki sahen sie genauer hin. Solche Fotografiererei verliert gerade wegen der Beliebigkeit ihres Zustandekommens sehr schnell auch an Interesse, weil sie sich sehr schnell konsumieren lässt. Wir gingen dann noch Pasolinis Filmsequenzen gucken, die Lust darauf machten, die ganzen Filme anzusehen was hier leider dann doch nicht möglich ist. Die dazu gehörende Ausstellung ersparte ich den Schülern, weder ist Pasolini als Zeichner von irgendeinem größeren Interesse, noch ist es die Ausstellungsarchitektur. Das alles wäre in einem booklet zu einer DVD Edition der Filme besser aufgehoben.

 

Fazit: Irgendwie kamen wir uns verarscht vor: Vorspiegelung falscher Tatsachen - es gibt gar keine Beuys-Ausstellung - einerseits und zweitens: Das Gezeigte trägt nicht, jedenfalls nicht so einfach für Schüler im Alter zwischen 15 und 18. Soll es auch nicht, aber trotzdem: In Zukunft bitte etwas Aufklärung darüber, was einen erwartet, vorher, wenn man die Programme schon an Schulen breit streut!

 

Christoph Hessel


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