(Haus der Kunst, bis 3. Januar 2007 )
Nach den Presseberichten waren wir richtig gespannt auf diese Ausstellung! Erstmals außerhalb Indien zu sehen, schöne Frau, malt wie Gauguin, früh verstorben - was will man noch?! Die Ausstellungsrealität sieht dann doch anders aus. Dies wird ein kurzer Bericht, weil wir schnell wieder draußen waren.
Zuerst suchen wir Gauguins Farbenwelt vergeblich, wir fanden etwas Exotik, aber kaum in der Farbigkeit – ist so viel Braun denn "indisch"? Was ist mit Indigo, mit Indischgelb? In den Farben des Italieners Clemente ist mehr "Indien" enthalten als in denen der jungen Dame aus den 30iger Jahren. Auch die in größerer Zahl dargestellten Akte scheinen eher Pariser Provenienz zu sein als Neu-Dehlischer. Die besseren erinnern etwas an Courbets Realismus. Erstaunlich aber, dass beinahe jedes Bild von anderer Hand gemalt scheint – nur immerhin eines ( von wegen "Indische Frida Kahlo"! ) lässt eine Assoziation an die mexikanische Künstlerin, die zeitgleich arbeitete wie Amrita Sher-Gil aufkommen. Unsere Meinung: Da hat die junge Frau ihren Stil noch nicht gefunden gehabt. Daraus anlässlich des Schwerpunkts der Buchmesse in Frankfurt eine Nationalheilige zu machen, halten wir für etwas obsolet.
Noch peinlicher fanden wir allerdings das ganze Drumherum in dieser Präsentation. Im ganzen Fotozauber, gerne mal auch unter Wasser, wirklich!, wird die Heroisierung im Praline-Format noch ein Stück weiter getrieben: eine wirklich schöne Frau diese Künstlerin - besonders halbnackt!
Und weils so schnell ging, sahen wir uns im selben Haus gleich noch eine Ausstellung an: "Black Paintings" ( bis 14. Januar 07 )
Christoph Hessel